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Guy Helminger
Die Lombardi-Affäre
Erscheinungsdatum: 20.11.2020
136 Seiten, 20 x 12 cm
Gebunden mit Schutzumschlag, farbiger Vor- und Nachsatz, mit Lesebändchen
ISBN 978-99959-43-32-5
17,95 €
Im Buchhandel oder direkt bei capybarabooks (zzgl. Versandkosten) erhältlich:
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Über Sackkarren, Kunst und Kultur

Georges Husen erzählt dem Psychologen Dr. Laurent, warum er seinen Nachbarn getötet hat. Er fühlt sich Dr. Laurent überlegen, weil der immer nur das Unmittelbare sieht. Husen hingegen glaubt, dass alle Geschehnisse auf der Welt miteinander verbunden sind und sich beeinflussen. In seinem Erzählen geht er daher bis in die Französische Revolution zurück, streift die Geschichte Italiens und Chinas. Die sprichwörtliche umgefallene Sackkarre in China hat eben langfristig doch Einfluss auf das Geschehen in Luxemburg.

Der zweite Aspekt, der dem Schriftsteller Husen wichtig ist, ist die Verschwörung politischer Kräfte gegen die zeitgenössische Kunst. Husen erzählt von der Lombardi-Affäre, bei der ein Museumsdirektor in einem Interview die Contenance verlor und schließlich von seinem Posten zurücktrat. Husen arbeitete zu der Zeit beim Luxemburger Fernsehen und verlor durch die Affäre seinen Job. Ein abgekartetes Spiel zwischen Medien und Politik, wie er sagt, das ihn schließlich zwang, zu töten.

AUF DER SHORTLIST FÜR DEN PRIX SERVAIS 2021!

Über den Autor

Guy Helminger wurde 1963 im luxemburgischen Esch/Alzette geboren und lebt seit 1985 in Köln. Er schreibt Gedichte, Romane, Hörspiele, Theater. Für seine Arbeit erhielt er u.a. den Förderpreis für Jugend-Theater des Landes Baden-Württemberg, den Prix Servais, den 3sat-Preis, den Prix du mérite culturel de la ville d’Esch, den Dresdner Lyrikpreis und den Gustav-Regler-Preis.
Darüber hinaus moderiert Guy Helminger zahlreiche Literatur- und Kulturveranstaltungen im In- und Ausland.

Bei capybarabooks sind bisher erschienen: Venezuela. Drei Stücke; Rost. Stories; Eng Taass fir d’Nefertiti Nilpäerd. Kannerbuch mat Zeechnunge vum Manuela Olten; Die Allee der Zähne. Aufzeichnungen und Fotos aus Iran; Jockey. Theater; Die Lehmbauten des Lichts. Aufzeichnungen und Fotos aus dem Jemen; Neubrasilien. Roman.

Pressestimmen

»Großartig.« Revue

»Legt man, nach einer ebenso spannenden wie kurzweiligen und dabei gleichsam betroffen machenden Lektüre, das neue Buch von Guy Helminger aus der Hand, dann hat man sich längst für den Autor entschieden und seine Sicht auf den Lauf der Dinge, wie sie in Fragen das Umgangs mit der Kunst in diesem Land  – aber nicht nur … – nun einmal üblich sind. (…) So lässt ›Die Lombardi-Affäre‹ wieder aufleben, was manche vielleicht schon etwas voreilig aus der kleinen, heilen Luxemburger Welt geschafft glaubten, und inszeniert dabei in ihrer raffinierten und ebenso schonungslosen literarischen Übersteigerung die engen, dunklen, von inzestuöser Provinzialität vorbestimmten Dimensionen nationaler Kleingeistigkeit im Umgang mit Kunst und Kultur. (…) In ›Die Lombardi-Affäre‹ findet der Leser all das wieder, was er an Guy Helmingers Sprache und Erzählstil schätzen gelernt hat: Subtilität und Wucht zugleich, sowie jener verspielte Hang zur narrativen Digression in versteckte fiktionale Lebenswelten die durch die biografischen Prismen seiner durchaus überzeugenden und nahe gehenden Figuren zeitliche, geografische und erzählerische Zusammenhänge offenbaren. (…) – ein starkes Buch.« Luxemburger Wort

»(…) Denn dazu ist der Roman zu spannend geschrieben, ein Page-Turner sozusagen, in dem der Autor seine Leserschaft auch schon mal Achterbahn in seinem Kopf fahren lässt. Und das ist es, was ›Die Lombardi-Affäre‹ bemerkenswert macht: Es verbindet die Schreibkunst des Autors mit einem politischen Pamphlet gegen die neoliberale Unterwanderung des Kulturbetriebs durch den Premier und seine Clique. Ein großartiges Zeitdokument, das in keiner Luxemburgensia-Bibliothek fehlen sollte.« woxx

»Schonn deen éischte Saz am Guy Helminger sengem neie Roman ›Die Lombardi-Affäre‹ verréit vill iwwer dëst Buch: en dréchenen Humor, Informatiounen, déi verstoppt iwwerraschen, Absurditéiten, déi hir eege Logik hunn an Evenementer, déi hir eege Wouerecht hunn. (…) Wat dëse Roman nach esou besonnesch mécht, ass de Fait, datt praktesch al Saz net just ee Sënn huet, datt et der wäert ass, sech anzeloossen, stoen ze bleiwen, nozedenken, an dann awer dat gesamt ze gesinn. E Buch mat ville Wouerechten a mat villen Dimensiounen. E wichtegt Buch, dat een net verpasse soll!« radio100,7

»Hervorzuheben in dieser ›Lombardi-Affäre‹ sind weniger die Analysen des Tandems Husen/Helminger über die Provinzialität der Luxemburger Kulturpolitik – diese Erkenntnisse hat man in den zahlreichen Artikeln über das Thema schon oftmals, wenn auch nicht so pointiert, gelesen –, als die Verflechtung der verschiedenen Handlungsebenen, das ständige Wechselspiel zwischen Wirklichkeit und Fiktion, Autobiografie und Erfindung (die (sehr lustigen) Ahnenreihen der Figuren) sowie die mannigfaltigen Erzähltechniken, die nicht nur den Psychologen, sondern auch den Leser an der Zuverlässigkeit des Erzählers Husen zweifeln lassen.« Tageblatt

»Der Roman zählt lediglich 136 Seiten. Mit allem Drum und Dran. Dennoch findet sich auf dieser Kurzstrecke eine solche Vielzahl an Geschichten, zuweilen im Miniatur-Format präsentiert, dass sie sogar für mehr als einen dicken Wälzer reichen könnten. Diese originellen, mit Witz durchwirkten Partikel wollen andeuten, dass alles mit allem zu tun habe (…) Mit einem selbstbewussten Ich-Erzähler, der auch schon einmal vorherzusagen weiß, was in der Zukunft geschieht. Und mit einem ganzen Sack voller Geschichten, die für Staunen und Vergnügen sorgen. Das Spektrum reicht von Goethe bis zum Darknet.« Bücheratlas

»Vielleicht ist es aber gerade die Kunst von ›Die Lombardi-Affäre‹, seine Rezipient*innen mit nicht eindeutig lösbaren Fragen zu konfrontieren. Denn auch das ist eine nicht unwichtige Eigenschaft wahrer Kunst, verschiedene Deutungen zuzulassen, statt eindeutige Antworten an die Hand zu geben. Die kurzweilige, inhaltlich dichte Lektüre wird dadurch erst zu einer, die nachwirkt.« forum

»Fesselnd sind in dem Roman die Passagen im fernöstlichen China, die vorgeblich so gar nichts mit der Luxemburger Realität zu tun haben. (…) Auch die Monologe Husens über seine verwickelte, letztlich trostlose, ausgelieferte Existenz und den Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit – eine Reflexion des Romans auf der Metaebene – sind gewitzt.« d’Lëtzebuerger Land